Assistive Technik stärkt Teilhabe im Alltag

Was mache ich heute? Welche Veranstaltung findet im Viertel statt? Und wer aus der Wohngruppe hat vielleicht Lust mitzukommen? Fragen wie diese sollen Klient:innen der Außenwohngruppe Nordsternstraße künftig selbstständig per Tablet beantworten können. Der Standort in Gelsenkirchen bereitet sich seit 2025 intensiv auf den Einsatz neuer assistiver Technologien in der Eingliederungshilfe vor. Mit einem klaren Ziel: mehr Selbstständigkeit und Teilhabe im Alltag.

Digitale Unterstützung im Alltag

In der Außenwohngruppe leben acht Klient:innen weitgehend eigenständig in zwei Reihenhäusern. Unterstützt werden sie punktuell von Mitarbeitenden, etwa bei der Organisation des Alltags oder in individuellen Assistenzsituationen. Genau hier setzt das Projekt an: Digitale Unterstützung soll Klient:innen dabei helfen, ihren Alltag eigenständiger zu organisieren und aktiver am sozialen Leben teilzunehmen.

Herzstück des Projekts ist eine eigens entwickelte digitale Quartiersplattform. Über Tablets können Klient:innen künftig Freizeitangebote im Umfeld entdecken, Informationen zu Veranstaltungen abrufen oder sehen, welche Wege dorthin führen. Auch Wochen- und Tagespläne werden digital verfügbar sein und lassen sich Schritt für Schritt abhaken. So entstehen mehr Übersicht, Struktur und Eigenständigkeit im Alltag.

Technik am Bedarf der Menschen orientieren

Besonders wichtig war dem Team vor Ort, Lösungen zu finden, die sich tatsächlich am Leben der Menschen orientieren. Im Mittelpunkt stand deshalb weniger „smarte“ Technik, sondern die Frage, wie soziale Teilhabe gestärkt werden kann: Wie wird der Alltag übersichtlicher? Wie werden Entscheidungen leichter? Und wie können Menschen aktiver an ihrem Umfeld teilhaben?

Ergänzt wird das Projekt durch weitere technische Hilfen: Sprachassistenten erinnern beispielsweise morgens an Termine oder Abläufe, smarte Thermostate sensibilisieren für den Energieverbrauch und eine VR-Brille ermöglicht virtuelle Erlebnisse – von Reisen bis hin zur Biografiearbeit. Auch gemeinsames Kochen und das Erlernen neuer Abläufe werden durch digitale Unterstützung gefördert.

Gemeinsam neue Lösungen entwickeln

Die Außenwohngruppe Nordsternstraße ist Teil des Verbundprojekts „Assistive Technik im Wohnen in der Eingliederungshilfe“, das vom Sozialwerk St. Georg koordiniert und von der Sozialstiftung NRW gefördert wird. Gemeinsam mit weiteren sozialen Organisationen und Hochschulen wird erprobt, wie technische Unterstützung sinnvoll in den Alltag von Menschen mit Assistenzbedarf integriert werden kann.

Das Projekt zeigt beispielhaft, wie sich Eingliederungshilfe weiterentwickelt: digital unterstützt, aber immer am Menschen orientiert. Assistive Technologien können dabei helfen, Teilhabe und Eigenverantwortung im Alltag zu stärken.

Weitere Informationen zum Verbundprojekt „Assistive Technik im Wohnen in der Eingliederungshilfe“ erhalten Sie hier: Verbundvorhaben Assistive Technik (VvAT).