Assistive Technik unterstützt Pflege im Alltag

Wie kann Pflege auch in Zukunft menschlich und individuell bleiben – trotz Fachkräftemangel und steigender Unterstützungsbedarfe? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Sozialwerk St. Georg 2025 unter anderem auf der REHACARE in Düsseldorf, der weltweit größten Fachmesse für Rehabilitation und Pflege. Gemeinsam mit Partner:innen präsentierte das Sozialwerk dort technische Assistenzlösungen für Pflege und Eingliederungshilfe und diskutierte mit Fachleuten aus Praxis, Wissenschaft und Politik über die Zukunft sozialer Dienstleistungen. Die Veranstaltung fand statt im Rahmen des von der SozialstiftungNRW geförderten Verbundprojekts „Assistive Technik im Wohnen in der Eingliederungshilfe“.

Technik sinnvoll einsetzen

Dass das Sozialwerk St. Georg auf diesem Gebiet als erfahrener Praxispartner wahrgenommen wird, kommt nicht von ungefähr: Bereits seit 2007 entwickelt und erprobt das Sozialwerk gemeinsam mit Forschungspartner:innen und Technologieunternehmen technische Assistenzlösungen für den Alltag von Menschen mit Assistenzbedarf. Damit gehört das Sozialwerk St. Georg zu den Vorreitern beim Einsatz sogenannter AAL-Technologien („Ambient Assisted Living“) in der Sozialwirtschaft. Ziel ist es, Sicherheit, Orientierung und Lebensqualität zu verbessern und gleichzeitig Mitarbeitende zu entlasten.

Im Mittelpunkt steht dabei eine zentrale Frage: Wie kann Technik so eingesetzt werden, dass sie Menschen unterstützt, ohne menschliche Nähe und Beziehung zu ersetzen?

Unterstützung im Pflegealltag

Gerade in Pflege- und Demenz-Wohngemeinschaften können assistive Technologien dazu beitragen, Sicherheit und Orientierung im Alltag zu verbessern. Das Sozialwerk St. Georg setzt hierfür verschiedene sogenannte AAL-Technologien („Ambient Assisted Living“) ein – technische Lösungen, die Menschen unauffällig im Alltag begleiten.

Dazu gehören beispielsweise Sensoren an Türen, Betten oder in Wohnräumen, die Mitarbeitenden Hinweise auf ungewöhnliche Bewegungsmuster oder mögliche Risiken geben können. Smarte Lichtsysteme orientieren sich am natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus und unterstützen insbesondere Menschen mit Demenz dabei, besser zur Ruhe zu kommen oder sicherer durch den Alltag zu finden.

Auch Sprachsteuerung und digitale Assistenzsysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung. Funktionen wie Lichtsteuerung oder das Bedienen von Rollläden können vereinfacht werden und ermöglichen vielen Klient:innen ein Stück zusätzliche Eigenständigkeit.

Freiräume für menschliche Begegnung

Gleichzeitig verändern technische Assistenzsysteme auch die Arbeit der Mitarbeitenden. Informationen können gezielter ausgewertet, Unterstützungsbedarfe früher erkannt und Abläufe besser organisiert werden. So entstehen Freiräume für das, was Pflege und Assistenz im Kern ausmacht: persönliche Begegnung und individuelle Begleitung.

Auf der REHACARE wurde deutlich, dass solche Technologien künftig eine immer größere Rolle spielen werden – insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und knapper werdender personeller Ressourcen. Entscheidend bleibt dabei jedoch, dass Technik nicht zum Selbstzweck wird, sondern sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert.

Für das Sozialwerk St. Georg ist assistive Technik deshalb Teil eines umfassenderen Verständnisses von Teilhabe und Unterstützung: Menschen sollen so begleitet werden, dass sie möglichst selbstbestimmt leben können – mit der Unterstützung, die sie benötigen, und der Würde und Eigenständigkeit, die ihnen zusteht.