SONG-Kongress diskutiert die Zukunft sozialer Arbeit

Wie wird soziale Arbeit in Zukunft aussehen? Welche Rolle spielen Künstliche Intelligenz, digitale Assistenzsysteme und neue Technologien in der Begleitung von Menschen? Und wie kann es gelingen, Innovation mit Menschlichkeit, Teilhabe und Beziehung zu verbinden?

Mit Fragen wie diesen beschäftigte sich der SONG-Kongress 2025, der am 17. und 18. September in Gelsenkirchen stattfand. Unter dem Titel „Bits & Bytes statt Herz & Hand?“ kamen rund 140 Fach- und Führungskräfte aus der Sozialwirtschaft zusammen, um gemeinsam über die Zukunft der Branche nachzudenken. Ausrichter des bundesweiten Kongresses war das Sozialwerk St. Georg.

Das Netzwerk SONG („Soziales neu gestalten“) verbindet Organisationen der Sozialwirtschaft, die neue Wege in Pflege, Eingliederungshilfe, Betreuung und Teilhabe entwickeln wollen. Der Kongress gilt dabei als wichtiger Ort für Austausch, Inspiration und gemeinsame Zukunftsfragen.

Für das Sozialwerk St. Georg war die Veranstaltung mehr als ein Fachkongress. Sie war auch Ausdruck eines Selbstverständnisses: Zukunft aktiv gestalten – statt nur auf Veränderungen zu reagieren. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, neue Arbeitsformen und technische Assistenzsysteme beschäftigen die Sozialwirtschaft zunehmend. Gleichzeitig stellen Fachkräftemangel, demografischer Wandel und steigende Unterstützungsbedarfe die Branche vor große Herausforderungen. Der Kongress griff genau diese Entwicklungen auf und richtete den Blick bewusst nach vorne.

Technologie und Menschlichkeit zusammendenken

Das Programm verband wissenschaftliche Perspektiven mit konkreten Praxisbeispielen. In Vorträgen, Workshops und Zukunftswerkstätten wurde diskutiert, wie digitale Werkzeuge Mitarbeitende entlasten, Selbstständigkeit fördern und neue Formen von Teilhabe ermöglichen können. Gleichzeitig stand immer wieder die Frage im Mittelpunkt, wie die Werte sozialer Arbeit auch in einer zunehmend digitalisierten Welt bewahrt und weiterentwickelt werden können.

Deutlich wurde dabei auch: Technologie allein ist keine Lösung. Sie kann jedoch helfen, Mitarbeitende zu entlasten und mehr Zeit für das zu schaffen, was soziale Arbeit im Kern ausmacht: menschliche Begegnung, Beziehungsgestaltung und individuelle Unterstützung.

Gemeinsam Zukunft gestalten

Besonders prägend war die offene und vertrauensvolle Atmosphäre innerhalb des SONG-Netzwerks. Erfahrungen, Ideen und auch Herausforderungen wurden transparent geteilt. Genau dieser gemeinsame Austausch machte den Kongress zu einem Ort, an dem Zukunftsthemen nicht nur diskutiert, sondern konkret weitergedacht wurden.

Die Veranstaltung in Gelsenkirchen zeigte: Die digitale Transformation der Sozialwirtschaft hat längst begonnen. Entscheidend wird sein, sie mit klaren Werten zu verbinden, nämlich mit Menschlichkeit, Teilhabe und dem Anspruch, soziale Arbeit auch in Zukunft stark und zukunftsfähig zu gestalten.