Praxisnah lernen mit karriere.plus

Mit dem neuen Angebot „karriere.plus“ hat das Inklusionsunternehmen georgs.plus im Jahr 2025 einen wichtigen Schritt in der beruflichen Bildung von Menschen mit Assistenzbedarf gemacht. Als sogenannter „anderer Leistungsanbieter“ nach § 60 SGB IX bietet georgs.plus jungen Menschen eine praxisnahe Alternative zur klassischen Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) – mit einem klaren Fokus auf betriebliche Erfahrungen und den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Lernen direkt im Unternehmen

Das Angebot richtet sich insbesondere an junge Erwachsene mit Werkstattberechtigung, die ihren beruflichen Weg direkt in Unternehmen beginnen möchten. Statt überwiegend in einer Werkstatt zu lernen, verbringen die Teilnehmenden vier Tage in der Woche in Praktikumsbetrieben unterschiedlicher Branchen und haben einen Schulungstag. Ergänzt wird dies durch Seminartage und individuelle Begleitung in den Schulungsräumen von georgs.plus in Bochum.

„Bei uns lernen die Teilnehmenden unmittelbar im Berufsalltag“, erklärt Linda Wuttke, pädagogische Leitung bei georgs.plus. Ziel sei es, junge Menschen möglichst praxisnah auf eine berufliche Zukunft vorzubereiten und ihre individuellen Stärken gezielt zu fördern.

Individuelle Begleitung

Zum Start des Angebots nahmen sechs junge Menschen teil, überwiegend Schulabgänger:innen von Förder- und inklusiven Schulen. Inzwischen sind es acht Teilnehmende. Die Begleitung erfolgt dabei in einem besonders intensiven Betreuungsschlüssel: Eine Bildungsbegleitung unterstützt jeweils vier Teilnehmende individuell bei ihrer Entwicklung. Gemeinsam werden Interessen, Fähigkeiten und berufliche Perspektiven erarbeitet.

Die ersten Monate dienen der Orientierung und Vorbereitung auf den Arbeitsalltag. In Seminaren beschäftigen sich die Teilnehmenden unter anderem mit Sozialkompetenzen, Arbeitssicherheit und betrieblichen Abläufen. Anschließend folgen Praktika in unterschiedlichen Berufsfeldern – beispielsweise in der Gastronomie, Lagerlogistik oder Seniorenbetreuung.

Fokus auf berufliche Teilhabe

Inhaltlich knüpft „karriere.plus“ auch an Erfahrungen aus dem erfolgreichen Projekt „Gastrohelden“ an. Bereits entwickelte Qualifizierungsbausteine sollen künftig in das neue Bildungsangebot integriert werden, damit Teilnehmende ihre erworbenen Kompetenzen auch formal nachweisen können.

Das Besondere an „karriere.plus“ ist die konsequente Ausrichtung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Anders als klassische Werkstattangebote verfügt das Modell über keinen angeschlossenen Arbeitsbereich. Stattdessen steht die Vermittlung in reguläre Beschäftigung im Mittelpunkt. Damit schafft georgs.plus neue Perspektiven für Menschen mit Assistenzbedarf und stärkt ihre Chancen auf berufliche Teilhabe und ein selbstbestimmtes Arbeitsleben.